Interkontextuelle Ethik


Interkontextuelle Ethik entwickelt ethische Fragestellungen aus dem Bewusstsein heraus, dass jedes philosophische oder theologische Denkmodell aus einem bestimmten kulturellen, religiösen, sozialen, etc. Kontext entspringt und seine Denkweise, die behandelten Probleme und auch die konkreten Lösungsansätze an diesen Kontext rückgebunden ist.
Aus diesem Bewusstsein heraus ist in pluralen Gesellschaften, wo interkulturelle und interreligiöse Begegnungs- und Überschneidungssituationen an der Tagesordnung sind, die interkontextuelle Dimension in allen Geistes- und Sozialwissenschaften mitzubedenken.


Für die Ethik bedeutet das, kulturelle Differenzen und Plausibilitäten des menschlichen Verhaltens in der ethischen Reflexion zu berücksichtigen, um sowohl der Verabsolutierung kontextuell relativer ethischer Denkformen kritisch entgegenzutreten als auch deren Relativierung in bloßem Kulturalismus. Die Sensibilität für das "Andere" und die "Anderen" in ihren spezifischen Herausforderungen führt zu einem besseren Verständnis des Humanum. Das erst ermöglicht in einer globalisierten Welt mit ihren Herausforderungen den umfassenden Geltungsanspruch der Ethik zu konkretisieren und so aus einer bloßen Scheinuniversalität herauszufinden.

 

INSeCT:

 

Laufende Dissertationen zum Thema:

  • Francis Nwosu Chijioke: Removing the Structures of Sin in the Nigerian Polity: A Practical Inroad to Sustainable Development and Authentic Capability Expansion of the "Mma-Ndu (Mmadu)"

 

Abgeschlossene Diplomarbeiten zum Thema seit 2012:

  • Francis Nwosu Chijioke: The Neglect of Common Good and Human Rights in the Nigerian Polity: The Case of the Niger Delta. A Christian Ethical Study
  • Daniela Regez: Ganzheitliche Mission und Entwicklung. Perspektiven anhand der Gypsy-Organisation "Contactions" in Südindien

 

Publikationen zum Thema:

  • Juen, Maria/Prüller-Jagenteufel, Gunter/Rahner, Johanna/ Sejdini Zekirija (Hg.): Anders gemeinsam –gemeinsam anders? In Ambivalenzen lebendig kommunizieren (KomTheo 18), Ostfildern: Matthias Grünewald 2015
  • "Parochialismus" und "Elitismus" überwinden. Chancen und Möglichkeiten lokaler und globaler Basisnetzwerke, in: Juen, Maria/Prüller-Jagenteufel, Gunter/Rahner, Johanna/ Sejdini Zekirija (Hg.): Anders gemeinsam - gemeinsam anders? In Ambivalenzen lebendig kommunizieren (KomTheo 18), Ostfildern: Matthias Grünewald 2015, 93-99
  • Kirche, Ideologie und Politik. Die katholische Kirche im Kampf um die Gesetzgebung zur "reproduktiven Gesundheit" auf den Philippinen, in: Platzer, Johann/Zissler, Elisabeth (Hg.): Bioethik und Religion. Theologische Ethik im öffentlichen Diskurs. FS f. Walter Schaupp, Baden-Baden: Nomos 2014, 269-292
  • "In der Welt", aber nicht "von der Welt". Kirche im Spannungsfeld von "Entweltlichung" (Benedikt XVI.) und "tiefer Diesseitigkeit" (Dietrich Bonhoeffer), in: ET-Studies 4 (2013), 125-144
  • Eine Ethik des Subjekts in der Spannung von Person und Gemeinschaft. Neue Entwicklungen in der Theologie Lateinamerikas als Anregung für Europa, in: Nova prisutnost 11 (2013), 440-444
  • Die Erfahrungsdimension in der Theologie. Nord-Süd-Begegnungen als Orte theologischen Lernens, in: ET-Studies 1 (2010), 297-304
  • The Discovery of the New Subject in Latin American Ethics of Liberation, in: Hapág. A Journal of Interdisciplinary Theological Research (ed. by St.Vincent School of Theology and Adamson University, Manila/Philippines) Vol. 6 (2009), 33-50